Himmelsvorschau für März 2026

Himmelsvorschau für März 2026

Frühlingsgefühle, ein kleiner König und weltweite Mitmachaktion

LANDKREIS FULDA, 02.03.2026. „Auf majestätisch eigne Weise, geht nachts ein Löwe auf die Reise“ reimt der Sternenpoet Roland Müller und nimmt uns im März mit. Denn mit dem astronomischen Frühlingsanfang am 20. März, wenn um 15:46 Uhr die Sonne auf die Nordhalbkugel des Firmaments wechselt, rückt immer mehr das Leitsternbild des Frühlings ins nächtliche Blickfeld: der Löwe. Was die Sterne im März sonst noch bringen, erklären Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte beim Landkreis Fulda, und Hobby-Astronom Dr. Franz-Peter Schmidt in ihrer monatlichen Himmelsvorschau.

Mitten auf der Ekliptik, dem Weg, den Sonne, Mond und die Planeten durch den Himmel nehmen, strahlt des Löwen hellster Stern. Er heißt Regulus, was kleiner König bedeutet und das Herz des Löwen markiert. Das Herz berührt – so ist es in vielen Gedichten verbrieft – auch die wunderschöne Frühlingsabenddämmerung, die im März den frühen Abend mit tiefblauem Dämmerlicht und nach und nach aufblitzenden Gestirnen verzaubert. Am 3. März sorgt der Vollmond, der abgeleitet vom althochdeutschen Namen für den Frühling auch Lenzmond genannt wird, für ganznächtliches Naturlicht.

Globe at Night

Nach Vollmond geht unser Erdtrabant jede Nacht etwas später auf. Die Phase des abnehmenden Mondes bis Neumond am 19. März eignet sich hervorragend für „Globe at Night“, eine weltweite Mitmachaktion, bei der man die Sichtbarkeit von einzelnen Sternen ausgewählter Sternbilder per Computer oder Smartphone an die Wissenschaft übermittelt. Denn die Sichtbarkeit der Sterne hängt nicht nur vom Wetter, sondern leider auch vom menschlichen Einfluss durch nächtliches Kunstlicht ab. Im März geht es um die Sichtbarkeit der Sterne von Orion und Löwen. Auf der Webseite https://globeatnight.org findet man alle Informationen und auf unserer Sternkarte die genannten Sternbilder.

Der Frühlingssternenhimmel

Der März ist die Bühne für einen zauberhaften Wechsel: Die Wintersternbilder verabschieden sich und überlassen den Frühlingsboten das Himmelsparkett. Abends bewundern wir noch die funkelnden Sterne des Wintersechsecks im Südwesten – mit Sirius als hellster Stern und unangefochtener Star der ersten Nachthälfte. Doch um Mitternacht machen sie alle Platz für den himmlischen Frühling, angeführt vom majestätischen Löwen, einem markanten Sternentrapez. Zusammen mit der Jungfrau, die sich im Südosten erhebt, und dem Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt, vervollständigt sich der Frühlingshimmel mit seinen Hauptkonstellationen.

Es gibt auch noch weitere, weniger bekannte Frühlings-Sternbilder. Dazu zählt das Ausgedehnteste am Gesamthimmel: das Sternbild Wasserschlange. Es erstreckt sich über mehr als 100 Grad am Südhimmel und schlängelt sich westlich unterhalb des Löwen und der Jungfrau. Es braucht mehr als sieben Stunden, um vollständig aufzugehen. Ihr hellster Stern heißt Alphard, was „der Einsame“ heißt, denn insgesamt ist das Sternbild zwar recht lichtschwach, der markante Kopf ist jedoch gut zu erkennen.

Emporgeschwungen hat sich zwischenzeitlich nun auch die Große Bärin, deren Schwanz und Bauch den sogenannten Großen Wagen bilden. Es ist nun eine gute Zeit, ihre Hinter- und Vorderläufe samt Tatzen und ihren Kopf, der fast im Zenit steht, zu finden. Ihr Pendant am Himmel, das Sternbild Cassiopeia, auch als Himmels-W bekannt, steht gegenüberliegend Richtung Nordwest, unter ihr das Herbststernbild Perseus. Die Sternenkette der Andromeda verblasst im Abendlicht der Dämmerung.

Abendstern Venus, Jupiter und der goldene Henkel am Tag der Astronomie

Während Venus sich im Laufe des Monats als Abendstern etabliert und Jupiter strahlend hell in den Zwillingen wohnt, leitet Saturn seinen Abschied am Westhimmel ein. Der Astronomietag 2026 am 28. März, also ein Tag vor der Uhrumstellung, widmet sich den beiden sichtbaren Planeten und dem sogenannten goldenen Henkel des Mondes. Was es damit auf sich hat, kann man bei den vielen Veranstaltungen am Astronomietag erleben, die zum Beispiel hier aufgeführt sind: https://astronomietag.de.

Hinweis zum Sterneschauen: Bitte daran denken, zum Schutz der wildlebenden Tiere Kunstlicht zu vermeiden bzw. rücksichtsvoll zu nutzen. Die Beobachtung des Sternenhimmels ist bereits an den Ortsrändern möglich – Schutzgebiete sind tabu.     

Bildunterschriften

Foto 1: Sternkarte für März 2026. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde (VdS)

Foto 2: Vereinnahmende Abenddämmerung mit Disteln. Foto: Sabine Frank

 

Hintergrund: Sternenpark Rhön

International Dark Sky Reserve: Dieser Titel wurde dem länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön auf Antrag der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Rhöner Landkreise (ARGE Rhön) im Sommer 2014 verliehen. Die International Dark Sky Association (IDA) vergibt den Titel an Schutzgebiete mit einem sternreichen Himmel und einer weitgehend intakten Nachtlandschaft, die wegen ihres ökologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Werts beziehungsweise ihrer Bedeutung für Bildung und Erholung großräumig geschützt werden. In Deutschland heißen diese Gebiete Sternenpark.

Die Kulisse des Sternenparks Rhön erstreckt sich im Wesentlichen über das Gebiet des Biosphärenreservats. Mehr als 40 Kommunen in Hessen, Bayern und Thüringen haben freiwillig die Sternenpark-Beleuchtungsrichtlinien unterzeichnet. Aber auch Kommunen außerhalb der Gebietskulisse beteiligen sich am Schutz der Nacht. Ziel ist, Lichtverschmutzung bestmöglich zu reduzieren – also zu verhindern, dass künstliche Beleuchtung den Nachthimmel und somit wiederum die Natur und Schutzgebiete aufhellt. Rechtliche Grundlagen liefert unter anderem das Bundesnaturschutzgesetz.

Zu den Maßnahmen im Sternenpark zählen die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen unter Beachtung von Parametern wie zielgerichtete Lichtlenkung, warme Lichtfarben mit geringem Blauanteil und bedarfsorientiere Beleuchtung und Intensität, aber auch zeitweise Abschaltung in der Nacht, für die sich Kommunen und Unternehmen freiwillig entscheiden.

Das Projekt Sternenpark ist aber nicht nur ein relevanter Bestandteil im Klima- und Artenschutz in der Region, sondern die Region profitiert auch im Bereich Tourismus und Erholung von der Auszeichnung. Im Sinne einer umweltfreundlichen Besucherlenkung und der Umweltbildung wurden Angebote wie Sternenparkführungen und Himmelsschauplätze entwickelt. Die Auszeichnung der IDA ist nicht auf Dauer verliehen, sondern die Maßnahmen werden jährlich evaluiert. Der Sternenpark Rhön ist somit ein Gemeinschaftswerk der Kommunen, Unternehmen und den Menschen, die in der Region leben. 

Rund um das Thema Beleuchtung erhalten Kommunen, Vereine und Gewerbetreibende, aber auch Privatleute Beratung. Auch Fördermittel stehen unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung. Ansprechpartner sind die Fachstelle Sternenpark beim Landkreis Fulda sowie die Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats in Hessen, Bayern und Thüringen.

Infos zum Sternenpark

Die monatliche Himmelsvorschau, ausführliche Informationen zum Sternenpark, zum Thema Schutz der Nacht und umweltverträgliche Beleuchtung sowie Erlebnisangebote und Veranstaltungen im Sternenpark Rhön findet man auf der Webseite des Biosphärenreservats: www.biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark.