Mitmachaktion „Globe at Night“ lädt im UNESCO Biosphärenreservat Rhön zum Blick in den Nachthimmel ein
Rhön, 14.04.2026 – Wenn sich vom 13. bis 20. April 2026 weltweit der Blick verstärkt nach oben richtet, steht die Internationale Dark Sky Week ganz im Zeichen natürlicher Dunkelheit, funkelnder Sterne und des verantwortungsvollen Umgangs mit künstlichem Licht. Auch im länderübergreifenden UNESCO‑Biosphärenreservat Rhön sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich aktiv zu beteiligen – bei der internationalen Mitmachaktion „Globe at Night“.
Ziel der Aktion ist es, in klaren Nächten anhand der Sichtbarkeit bestimmter Sternbilder die Helligkeit des Nachthimmels zu erfassen. Die Beobachtungen werden online gemeldet und fließen in eine weltweite wissenschaftliche Auswertung ein. Ein kurzer Blick in den Himmel genügt: Datum, Standort und die Anzahl sichtbarer Sterne werden über eine benutzerfreundliche Anwendung übermittelt. So entsteht eine aktuelle globale Karte der nächtlichen Himmelshelligkeit.
Im Jahr 2024 wurden weltweit mehr als 14.000 Beobachtungen eingereicht, für 2026 werden 20.000 Meldungen angestrebt. Die gesammelten Daten helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Veränderungen der nächtlichen Lichtverhältnisse besser zu verstehen und die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Natur, Umwelt und menschliche Gesundheit zu untersuchen.
Ein Projekt für alle – und besonders für die Rhön
„Globe at Night“ zählt zu den größten internationalen Citizen‑Science‑Projekten zum Thema Lichtverschmutzung und wird unter anderem von DarkSky International unterstützt. Die Rhön erhielt von dieser Organisation bereits 2014 die Auszeichnung als Internationaler Sternenpark – eine Anerkennung für ihre vergleichsweise naturnahen Nachtlandschaften, die in dieser Qualität weltweit immer seltener werden.
Als länderübergreifendes UNESCO‑Biosphärenreservat in Bayern, Hessen und Thüringen trägt die Rhön eine besondere Verantwortung für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen – dazu gehören auch dunkle Nächte. Denn künstliches Licht, das vor allem aus Siedlungen in die Landschaft gestreut wird und sich an Wolken oder Staubpartikeln reflektiert, verändert natürliche Hell‑Dunkel‑Rhythmen.
Diese nächtliche Aufhellung beeinflusst Ökosysteme in vielfacher Weise: Sie kann das Orientierungssystem von nachtaktiven Tieren wie Igeln, Fledermäusen, Eulen oder Nachtfaltern stören, wirkt sich aber auch auf tagaktive Arten wie Singvögel aus. Lebensräume gehen verloren, Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung werden beeinträchtigt, ökologische Gleichgewichte geraten aus dem Takt.
Die Verwaltungsstellen des UNESCO‑Biosphärenreservats Rhön engagieren sich daher gemeinsam mit ihren Partnern im Sternenpark Rhön für einen verantwortungsvolleren Umgang mit künstlicher Beleuchtung – unter anderem durch Informationsarbeit, Beratung und konkrete Maßnahmen zur Lichtreduktion. Die Teilnahme an „Globe at Night“ ist ein einfacher und zugleich wirkungsvoller Beitrag, dieses Anliegen sichtbar zu machen.
So funktioniert das Mitmachen bei „Globe at Night“
- Website aufrufen: Mit dem Smartphone die Seite
https://app.globeatnight.org/ öffnen.
Datum und Standort eingeben – wichtig für die korrekte Anzeige des Himmels. - Sternbild auswählen: Unter Punkt 4 eines der vorgegebenen Sternbilder wählen.
Im April bietet sich besonders das Sternbild Löwe an.
Hilfreich sind Aufsuchkarten im Internet oder auf der Homepage des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de . - Sterne zählen: Ein Himmelsausschnitt wird angezeigt. Darunter erscheinen Vergleichsgrafiken mit unterschiedlich vielen Sternen. Die Darstellung auswählen, die der eigenen Beobachtung am nächsten kommt.
- Bewölkung angeben: Den aktuellen Bewölkungsgrad auswählen – und die Beobachtung absenden.
- Tipp: Die Beobachtung gern an mehreren Standorten wiederholen.
Weitere Informationen zu den wissenschaftlichen Hintergründen, zur Lichtverschmutzung sowie eine interaktive Weltkarte mit aktuellen Auswertungen finden sich unter
https://globeatnight.org.
Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön per App erkunden
Mit der offiziellen App „Biosphärenreservat Rhön“ lässt sich das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat bequem und digital entdecken. Eine 3D-Karte bietet Touren- und Ausflugstipps, ein Routing-Tool zeichnet Wander- und Radwege auf. Die App liefert wertvolle Infos zur Rhöner Natur, Verhaltenstipps sowie ein „Virtuelles Panorama“ für einen Rundumblick – auch im Offline-Modus verfügbar. Die kostenlose und werbefreie App ist für iPhones und Android-Geräte in den App-Stores erhältlich.
Text: Pressekontakt für Bayern, Hessen und Thüringen: Lea Hohmann, Hessische Verwaltung
UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, Marienstraße 13, 36115 Hilders, Tel. (0661) 6006 7804
Foto: Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön steht für naturnahe Nachtlandschaften, die in dieser Qualität weltweit immer seltener werden. / Foto: Dr. Andreas Hänel